Law meets Marc Chagall

Kurz vor Weihnachten, am 14. Dezember 2010,  konnten wir mit unseren Gästen noch die Ausstellung „Marc Chagall – Lebenslinien“ im Bucerius Kunst Forum besuchen.

In 2 Besuchergruppen wurden wir von den beiden Kunstführerinnen Frau Dr. Gaby Lindemann-Merz und Frau Dr. Katharina Ferus sehr fachkundig durch die Ausstellung geleitet.

Marc Chagall ( 1887 - 1985) war ein Maler seiner persönlichen Lebenserfahrungen, wie kaum ein zweiter. So bewegten ihn ein Leben lang Erinnerungen an die Kindheit und Jugend in Witebsk, einer Stadt im Norden Weißrusslands nahe den Grenzen zu Russland und Lettland. Auch die Begegnung mit der französischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind Quelle der Werke von Chagall. Als jüdischer Maler entdeckte er das Potenzial jüdischer Bildthemen, verknüpfte diese eher bilderlose Kunst mit der Formensprache der Moderne und integrierte sie auf diese Weise in die westliche Kunstwelt. Die Radikalität seines intellektuellen Standpunktes und der Reichtum seines künstlerischen Ausdrucks verschafften Marc Chagall bereits damals große Bewunderung beim Publikum, die bis heute ungebrochen ist.

In der Ausstellung geht es um „die Biografie als Bildquelle“. Denn die Autobiografie „Mein Leben“, die der Künstler bereits mit 35 Jahren abschloss, bildet die Textgrundlage für die ausgestellten Radierungen. Auch die Erinnerungsbücher „Brennende Lichter“ und „Erste Begegnungen“, die Chagalls Frau Bella in jiddischer Sprache schrieb, wurden vom Künstler bebildert. Die Arbeiten erlauben eine Vorstellung davon, wie Chagall sich selbst sah.

Nach der eindrucksvollen Besichtigung der Ausstellung gab es noch Gelegenheit, sich bei russisch-französischem Fingerfood und einem Glas Wein über die gesammelten Eindrücke auszutauschen.